Was aus Bändern alles entstehen kann

Hallo, Ihr Lieben, da bin ich wieder.

Auf meinen Blogbeitrag vom September 2016 „Ein Bänderrock für’s Oktoberfest“ habe ich viele Reaktionen und Nachfragen bekommen, sodass ich Euch heute nochmal eine weitere Variante eines Bänderrocks vorstellen möchte.

Natürlich gibt es auch hierzu wieder eine kleine Entstehungsgeschichte und die geht so:
Angefangen hat alles auf der Kreativmesse im schönen Berlin im Jahre 2017.
Bei einem der fliegenden Händler, dessen Stand eigentlich nur aus vielen großen Plastikboxen bestand, gab es jede Menge Schneiderzubehör, Kurzwaren wie Reißverschlüsse, Nähgarne etc. , aber auch Borten und Bänder. Es handelte sich um Restposten, allerdings wie üblich in sehr unterschiedlichen Qualitäten.

Mit einer dieser Boxen verbrachte in dann doch ziemlich viel Zeit, mein Schatzsucher-Instinkt war geweckt. Zwischen vielen, für mich völlig geschmacklosen, Bändern fand ich dann dieses hier:

Irgendwie fühlte ich mich angesprochen, aber ich zögerte zunächst. Heute weiß ich, dass mich die hellgelblichen Bögen, die Ihr an den Kanten sehen könnt, gestört haben und zunächst vom Kauf abhielten.
Allerdings sollten 2 Meter nur 2 Euro Kosten; da kann man doch nicht viel falsch machen, dachte ich. So fing ich an, sämtliche Stücke dieser Borte in der Kiste zu suchen. Das dauerte seine Zeit, die Box war groß. Insgesamt wurden es dann 9 Bündel, die, wie sich zuhause herausstellte 16,50 Meter ergaben, (und nicht die versprochenen 18 Meter). An der Kasse sagte mir die Verkäuferin ganz stolz, erst am Morgen hätten sie eine ganze 50-Meter-Rolle in diese 2 Meterstücke geschnitten…Oh je, kein Kommentar…

Zuhause wurde diese Beute dann erstmal in mein Lager geräumt.
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass diese gewebten Bänder in den 1930er Jahren entstanden sein mussten, für mich also ein wahrer Juwelenfund.

Im Herbst 2018 fielen mir dann beim Räumen diese 9 Bündel wieder in die Hände. Das war das Signal, ich wusste, jetzt ist es soweit, es soll ein Bänderrock werden.
Bei der ersten Rechnung wurde schnell klar, dass für einen ganzen Rock noch weitere Bänder dazu genommen werden mussten. So kam mir die Idee, die Farben der Blütenköpfe aufzunehmen und nach passenden Ripsbändern zu suchen. Wie Ihr wisst, gibt es auch hier große Unterschiede in puncto Qualität und Preis. Ich fand eine große Auswahl an wunderschönen Farben in bester Qualität zu einem sehr vertretbaren Preis bei ORAG, www.orag.de .
Zunächst experimentierte ich jedoch mit Reststücken aus meinem Bestand betreffend Längen, Verarbeitung, Verbindungsnähte usw.

Diesmal verwendete ich schwarzen Baumwollpopeline als Trägerstoff. Nach all den Vorübungen war es dann endlich das reinste Vergnügen, die Linien für das danach folgende Aufnähen der Bänder mit einem hellen Markierstift zu zeichnen.

Zunächst habe ich jeweils ein Ripsband an die Borte genäht und dann diese beiden Bänder gemeinsam auf den Trägerstoff. Ich habe mit der untersten Runde begonnen und mich anschließend Runde für Runde nach oben gearbeitet. Genäht habe ich mit der JANOME Memory Craft 6700 Professional mit Profigeradstichplatte und dem dazugehörten Profigeradstichfuß.  Auf den Bildern könnt ihr erkennen, wie exakt die JANOME den Stoff transportiert.

 

 

 

 

 

 

Als der Rock fertig war hatte ich genau noch drei Stücke Restborte, die dann für die Jacke verwenden werden konnten. Hier habe ich vorher die gelblich eingewebten Garne entfernt. Auf den ersten Blick sieht es allerdings so aus, als wäre das Muster auf den Jackenstoff gestickt. Und zu guter Letzt habe ich aus dem  allerletzten Stück Restborte noch die Knöpfe passend überzogen.

 

 

 

 

 

 

Entstanden ist nun ein Rock mit passendem Jäckchen, die es ganz sicher nur einmal auf dieser Welt gibt. Für mich ein ganz wunderbares Gefühl, wo es doch gerade die Individualität und Einmaligkeit ist, die das Selber-Nähen so reizvoll macht. Denn einmalig sind wir doch alle, wir wollen es auch sein und mit unserer Kleidung zum Ausdruck bringen.

Bis zum nächsten Mal, Eure Ute

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